Monatliches Archive: Januar 2024

Deutsche Bahn plant offenbar ohne Zinnwald Lithium und Bergbau

Die Sächsische Zeitung widmete heute der Müglitztalbahn, die auch in den Planungen der Zinnwald Lithium plc (ZL) für umweltgerechte Transportlösungen eine gewichtige Rolle spielt, einen Artikel. Die für uns relevanten Aussagen sind:

„An der Trasse der Müglitztalbahn sind kurz- und mittelfristig keine Veränderungen geplant.“

„Und dies bedeutet auch, dass der Takt der Bahn im unteren Abschnitt auch mittelfristig nicht erhöht werden kann.“

Im Umkehrschluss ist damit der Verladebahnhof im „Mendenbusch“ sowie die Alternative im Bärensteiner Ortsteil „Hammer“ obsolet.
Es wird kein Güterverkehr im NSG Geisingberg stattfinden.
Die Geisinger haben keinen Lärm von der Bahnbrücke, die durch den Ort geht, zu befürchten.
Die Glashütter Uhrenindustrie muss sich keine Gedanken um Erschütterungen machen, und ansonsten bleibt es auch im restlichen Müglitztal ruhig.
Ein Wermutstropfen an den Neuigkeiten ist allerdings auch, dass, wenn die ZL an den aktuellen Plänen festhält, der gesamte Transport per LKW realisiert wird. Die Trasse führt dann über die marode Talstraße durch Lauenstein, vorbei an der Grundschule, über Liebenau zur A17.

Im schlimmsten Fall könnten die Pläne bestehen bleiben, und die ZL plant, die Bahntransporte nachts außerhalb der regulären Fahrzeiten der Müglitztalbahn durchzuführen. Dies wurde bis jetzt jedoch immer ausgeschlossen.

Quelle: Sächsische Zeitung 21.01.2024

Video aus dem Mendenbusch

Video von der Grundschule Lauenstein

Bürgerinitiative Bärenstein trifft Ministerpräsident Kretschmer und Bürgermeister Wiesenberg

Ministerpräsident Sachsen Michael Kretschmer und die Bürgerinitiative Bärenstein

Bernd Seifert, Ministerpräsident Kretschmer, Anika Wilke, Malte Eismann, Bürgermeister Wiesenberg

Am 23.1.2024 traf die Bürgerinitiative Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer.

Schnell kristallisierte sich heraus, dass der MP sich mit den Plänen der Zinnwald Lithium GmbH schon beschäftigt hatte. Nach mehreren Treffen mit der Zinnwald Lithium GmbH und auch dem tschechischen Bergbaunternehmen Geomet hatte er nun Interesse die Argumente der Bürgerinitiative Bärenstein erklärt zu bekommen.

Wir haben unsere Anliegen deutlich gemacht und haben von Herrn Kretschmer Zustimmung bekommen. Verschiedene Alternativen zu den Plänen von Zinnwald Lithium wurden kurz angerissen. Der Ministerpräsident findet die Variante des gemeinsamen Abbaus mit Tschechien als durchaus positiv zu diskutierende Lösung, die er persönlich für überlegenswert hält.

Er bekundete Sympathie für unsere Arbeit und möchte diese gerne unterstützen. Er schlug vor uns einen Mediator an die Seite zu stellen, um die Kommunikation mit OBA, Landesdirektion und dem Unternehmen Zinnwald Lithium GmbH zu vereinfachen. Der Mediator soll uns eine Vertrauensperson sein.

Eine unserer Fragen an den Ministerpräsidenten war ob unser Anliegen zum Wahlkampfthema werden könnte, und Herr Kretschmer antwortete: Wenn Sie es dazu machen dann ja.

Weiterhin haben wir in der Runde beschlossen das wir uns erneut treffen wollen, vielleicht nicht mit Herrn Kretschmer persönlich, jedoch mit seinem Sprecher und Staatssekretär.

Die Bürgerinitiatve geht motiviert aus dem Gespräch hervor. Unser Ziel die Deponierung und Aufbereitung in Bärenstein zu verhindern werden wir nun noch energischer verfolgen.

Wir bedanken uns bei Herrn Kretschmer, dass er sich entschlossen hat uns zu einem Gespräch einzuladen.

Unser Handout an den Ministerpräsidenten Sachsens Michael Kretschmer mit allen Argumenten gegen die Pläne der Zinnwald Lithium GmbH könnt ihr herunterladen und nachlesen.

Die Bürgerinitiative wird nun diskutieren wie wir mit dem Angebot des Ministerpräsidenten umgehen. Ihr seid alle eingeladen mitzudiskutieren und eine demokratische Lösung zu finden. Eine gute Gelegenheit dazu wäre der nächste erste Mittwoch im Februar (7.2.2024) bei unserem Stammtisch im Rathaus Bärenstein um 19 Uhr.

Lithium-Abbau im Erzgebirge frühestens ab 2028

Der kommerzielle Abbau von Lithium im Erzgebirge verzögert sich. Das Bergbauunternehmen Zinnwald Lithium rechnet nach eigenen Angaben damit, dass ab 2028 Lithium gefördert werden könnte. Die Firma schätzt, dass sich in der Lagerstätte in Zinnwald rund 12.000 Tonnen Lithiumhydroxid jährlich abbauen lassen.

Doch Bürgerinitiativen befürchten negative Konsequenzen für die Region.

Lithium-Abbau im Erzgebirge frühestens ab 2028 | MDR.DE

Lithiumpreise: Folgt auf die Talsohle die nächste Rallye?

Die Preise für das Batteriemetall Lithium sind deutlich gefallen, erste Produzenten stellen sogar den Abbau vorübergehend ein. Ursächlich ist vor allem der hinter den Erwartungen zurückbleibende Verkauf von E-Autos. Die nächste Rallye könnte noch etwas auf sich warten lassen.

Die australische Regierung etwa rechnet damit, dass der Spotpreis für Spodumen im Jahr 2025 auf 2.200 USD pro t sinken wird, verglichen mit 3.840 USD pro t im letzten Jahr.

Lithiumpreise: Folgt auf die Talsohle die nächste Rallye? – Miningscout

Bericht vom Stammtisch der Bürgerinitiative am Mittwoch 3.1.2024

Am 03.01.2024 fand unser 1. Stammtisch im Rathaus statt. Erfreulicherweise sind 14 Interessierte zu unserem Treffen gekommen.
Es wurde über verschiedene Punkte aus dem letzten Jahr sowie über anstehende Termine und Aufgaben gesprochen. Wir waren begeistert von der offenen Kommunikation und den oft sehr unterschiedlichen Meinungen. Die verschiedenen Standpunkte wurde aufgegriffen und helfen uns bei der weiteren Vereinsarbeit. Vielleicht konnten wir dadurch den ein oder anderen für eine Unterstützung der Bürgerinitiative gewinnen. Im Moment scheint das Thema Lithiumabbau bzw. Aufbereitung und Deponie in Bärenstein nicht so präsent zu sein, doch der Schein trügt. Zinnwald Lithium arbeitet an der Raumverträglichkeitsprüfung, was auch für uns Neuland und eine riesige Herausforderung ist. Auch wir sind nicht untätig und arbeiten an verschiedenen Möglichkeiten, die Standpunkte der Betroffenen öffentlich darzulegen. Genau dazu würden wir uns über mehr Unterstützung freuen. Dazu könnt Ihr jederzeit auf uns zukommen bzw. laden wir euch schon zu unserem

2. Stammtisch
07.02.2024 um 19 Uhr
ins Rathaus Bärenstein ein.

Newsletter 20. Dezember 2023 16.00 Uhr

„Tagtäglich schaue ich auf die Flächen, die sich die Zinnwald Lithium GmbH einverleiben will um auf ihnen einen Schwerindustriekomplex und eine Deponie zu errichten. Ich sehe die Flächen aus allen Fenstern auf der Westseite unseres Hauses – die Fenster sind groß, meine Emotionen ebenfalls. Seit Juli 2023 bin ich unruhig und in ständiger Alarmbereitschaft. Nach dem Aufstehen wird das Netz nach Neuigkeiten durchsucht, tagsüber kreisen meine Gedanken um die Möglichkeit dem Projekt den Gar auszumachen, abends bin ich erschöpft und fürchte um alles was mein Partner und ich uns aufgebaut haben. Es ist ein Hamsterrad, das sich unaufhörlich 7 Tage die Woche dreht. Seit 3 Jahren lebe ich in Bärenstein, habe viel aufgegeben und viel geschaffen um hier zu landen. Ich bin beruflich und privat mit diesem Landstrich verschmolzen, das habe ich in den vergangenen Monaten gelernt und ich werde nicht aufhören mich entschieden gegen die Pläne der Zinnwald Lithium GmbH in Bärenstein zu Wehr zu setzen.“

Stand der Dinge Lithiumaufbereitung in Bärenstein

Ein Termin der Bürgerinitiative Bärenstein mit der Zinnwald Lithium GmbH im Oktober 2023 brachte die Erkenntnis, dass die Zinnwald Lithium an den zwei bisherigen Varianten am Standort Bärenstein festhält und keine Alternative in der Raumverträglichkeitsprüfung präsentiert.
Laut Raumordnungsgesetz ( §15 Abs. 1 REVOSax ) sollen auch ernsthaft in Betracht kommende Standort- oder Trassenalternativen Gegenstand der Prüfung sein. Bereits im Scoping-Termin am 22.08.2023 hatten sich derart viele Konflikte um den Standort Bärenstein aufgetürmt, dass dem bergamtlichen Planfeststellungsverfahren eine Raumverträglichkeitsprüfung vorausgestellt wurde. Raumschonender sollte ein alternativer Standort sein zum Beispiel beim An- und Abtransport der Materialien. Aber die Zinnwald Lithium puzzelt weiter auf der Bärensteiner Höhe ohne den Blickwinkel zu erweitern!
Eine bittere Pille kommt aktuell mit dem Urteil des Oberverwaltungsgerichts Bautzen im November 2023 daher. Die Landesdirektion Dresden informierte die Bürgerinitiative Anfang Dezember bei einem ersten gemeinsamen Treffen, dass 3 Kieswerke gegen den regionalen Planungsverband Oberes Elbtal/Osterzgebirge geklagt hatten. Augenmerk lag auf den Kapiteln: Freiraumentwicklung und Umwelt sowie Wasserversorgung. Das Gericht war der Auffassung, dass der Regionalplan von 2020 „verfahrensfehlerhaft zustande gekommen“ ist. Die freiraumbezogenen Ziele der Raumordnung sind nichtig, Vorranggebiete entfallen. Das Urteil gilt für alle bergbaulichen Vorhaben, nicht nur für den Abbau von Kies.
Allerdings kann Bergrecht noch immer kein EU-Recht brechen, hier gilt ein Verschlechterungs- und Flächenverkleinerungsverbot wenn Lebensraumtypen wie beispielsweise Bergwiesen betroffen sind. Die Bundesrepublik Deutschland wurde mehrmals durch gerichtliche Urteile verwarnt. Die Verwirklichung einer Aufbereitungsanlage und Deponie auf der Bärensteiner Höhe kann eine EU-Klage gegen das Bundesland Sachsen zur Folge haben.
Die Raumverträglichkeitsprüfung für die Pläne der Zinnwald Lithium könnte laut Landesdirektion Anfang 2025 starten. Allein vier Wochen bleiben dann den relevanten Behörden, Verbänden und der Bevölkerung nach öffentlicher Bekanntgabe erneut Stellung zu beziehen. Bisher hat die Zinnwald Lithium ein Inhaltsverzeichnis für die Prüfung erarbeitet. In 2024 werden extern beauftragte Unternehmen durch Untersuchungen das Verzeichnis füllen. Die Bürgerinitiative wird diese Zeit ebenfalls nutzen um alle relevanten Institutionen und die Bürger zu informieren.
Wir beginnen aus aktuellem Anlass mit einem Schreiben an die Zinnwald Lithium GmbH, dass sich alle Eigentümer ab sofort auf unserer Webseite unter: https://baerenstein.org/betretungsverbot/ herunterladen können. Dieses Schreiben ist ein Betretungsverbot unserer Grundstücke. Wir wollen Transparenz, wir wollen involviert werden – wir sind die Betroffenen! Geschäftsführer Marko Uhlig sagte im letzten Interview der Sächsischen Zeitung (Quelle: SZ 15.12.2023): „Wir können halt über nichts sprechen, was unsere Investoren nicht schon mal gesehen haben“.

Herr Uhlig: Unser Landstrich ist kein Investment – Bärenstein ist unsere Lebensgrundlage!

Wir wünschen Euch ruhige Weihnachtsfeiertagetage mit Euren Lieben,

Die Bürgerinitiative Bärenstein

Leserbrief zum SZ-Artikel vom 29.12.2023

In der SZ wurde am 29.12.2023 von Redakteur Herz ein Artikel über die Zinnwald Lithium und ihre Pläne zur Deponierung und Aufbereitung in Bärenstein verfasst. Unser Mitglied Grit hat einen Leserbrief geschrieben, den wir euch nicht vorenthalten möchten:

Wie groß ist die Lithiumlagerstätte in Zinnwald wirklich?

Darauf gibt der Artikel leider keine Antwort. Es stellt sich tatsächlich die Frage nach Sinn und Inhalt des Artikels an sich. Der Artikel liest sich wie eine Information für Aktionäre und Investoren von Zinnwald Lithium (ZL) und könnte auch als Werbung verstanden werden für ein Investment in ZL-Aktien wenn die Rede ist von „Überraschungen“, „neuer Schwung durch verspätete Zahlen“ oder „neue interessante Informationen “, welche im neuen Jahr zu erwarten wären. Der Aktienkurs wird mehrfach genannt und als Kurve dargestellt – dabei wurde wohl vor lauter Euphorie die vollständige Quellenangabe vernachlässigt. Der Artikel ist meiner Meinung nach reinster Lobbyismus und zur Meinungsbildung völlig ungeeignet. Wo bleibt hier die objektive und unabhängige Berichterstattung, die man von einem Medium wie der Sächsischen Zeitung eigentlich erwartet? Selbst die Vorlage von Marko Uhlig wird nicht genutzt, als er auf Kompromisse aufmerksam macht, ohne die es nicht ginge. Die Leser hätten hier doch ein Recht darauf zu erfahren, auf welche Kompromisse Herr Uhlig hier hinaus möchte anstatt mit dem Aktienkurs konfrontiert zu werden. Jedoch wird der Hinweis seitens der SZ leider nicht aufgegriffen oder kritisch nachgefragt. Ich erwarte mir hier Informationen, was die Leser/ Bürger zu erwarten haben, in welchem Ausmaß ihre Umwelt und damit auch ihr tägliches Leben beeinträchtigt werden wird wenn ZL seine Pläne tatsächlich in die Tat umsetzt. Zum Beispiel denke ich an Informationen zur größten geplanten Umweltzerstörung in der Region seit der Wende durch eine ausschließlich auf Gewinnmaximierung ausgerichtete Unternehmung wie ZL in Verbindung mit der Summe an Steuermitteln, die bisher in Renaturierungsmaßnahmen und Wiederinstandsetzung von bereits schon einmal zerstörten Flächen geflossen sind, welche nun wieder zur Disposition stehen sollen.

Darüber hinaus wollen die Leser sicherlich auch erfahren:
• Warum darum in einem ausgewiesenen Hochwasserentstehungsgebiet viele Hektar intakter Waldfläche weichen und neue Flächen auf besonders zu schützenden Bergwiesen versiegelt werden sollen,
• Welche Belastungen die Bevölkerung zu erwarten hat (Lärm, Schmutz, Gesundheit, Sicherheit z.B. durch extrem zunehmenden Verkehr)
• Wie sich das Vorhaben auf die wichtigste Einnahmequelle der Region, den Tourismus, auswirken wird.
• Oder auch: Was ist aus dem Arbeiter geworden, der kürzlich bei einem Bohrunfall in Zinnwald schwer verletzt wurde?
Das sind nur einige wenige Punkte von vielen, über die es zu berichten gäbe. Es gibt also genügend zum Projekt Lithium zu sagen, als nur ZL eine Plattform zu geben, ihr Vorhaben ins rechte Licht zu rücken.

Danke schön & frohes neues Jahr!

Betretungsverbot für unsere Grundstücke

Hiermit rufen wir alle Grundstücksbesitzer Bärensteins auf der Zinnwald Lithium GmbH die Rote Karte zu zeigen. Wir fordern Transparenz der Zinnwald Lithium GmbH und eine vorrausschauende Kommunikation. Wir haben ein Recht darauf zu erfahren was auf unseren Flächen untersucht wird und geplant ist.

Um zukünftige Mißverständnisse aus dem Weg zu räumen haben wir ein Schreiben verfasst dass sich alle betroffenen Grundstücksbesitzer herunterladen und ausgefüllt an die Zinnwald Lithium schicken können.