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AMG-Übernahme bestätigt Zweifel am Größenwahn des Zinnwald-Projekts

AMG übernimmt Zinnwald Lithium: Bürgerinitiative sieht sich bestätigt

AMG übernimmt Zinnwald LithiumDie angekündigte Übernahme von Zinnwald Lithium durch den Rohstoffkonzern AMG bestätigt aus Sicht unserer Bürgerinitiative viele der Zweifel, die wir seit Jahren zum geplanten Lithium-Großprojekt im Osterzgebirge geäußert haben.

Während Politik und Projektverantwortliche immer größere Zahlen, immer neue Ausbaupläne und milliardenschwere Zukunftsvisionen präsentierten, haben wir früh darauf hingewiesen, dass ein derart überdimensioniertes Industrieprojekt weder zur sensiblen Mittelgebirgsregion noch zu den tatsächlichen Risiken und offenen Fragen passt.

Umso bemerkenswerter ist nun, dass ausgerechnet der neue Eigentümer selbst erklärt, das Vorhaben deutlich kleiner, schrittweise und ausdrücklich nicht mehr als groß angelegtes Gesamtprojekt entwickeln zu wollen. Damit relativiert AMG wesentliche Grundlagen der bisherigen Außendarstellung von Zinnwald Lithium.

Für uns stellt sich deshalb die Frage, ob hier über Jahre hinweg ein Projekt verkauft wurde, dessen ursprüngliche Dimensionen wirtschaftlich und praktisch nie realistisch waren.

Ebenso bleibt offen, welche Bedeutung die bisherigen Aussagen und Unterlagen des Raumordnungsverfahrens künftig überhaupt noch haben sollen. Wurden Bürger, Gemeinden und Behörden jahrelang über Planungen diskutieren gelassen, die nun offenbar selbst vom neuen Eigentümer infrage gestellt werden?

Die Übernahme wirkt zudem wie ein Schritt, um die Kontrolle über ein zunehmend schwieriger zu finanzierendes Projekt zu sichern, bevor bereits investierte Millionen vollständig verloren gehen. Offensichtlich dürfte auch die sich zunehmend leerende Kasse von Zinnwald Lithium eine Rolle gespielt haben. AMG hatte bereits erhebliche Summen investiert und dürfte wenig Interesse daran gehabt haben, dieses Investment endgültig „in die Esse zu schieben“.

Wir erwarten außerdem, dass nicht bereits verworfene frühere Varianten und problematische Altplanungen nun stillschweigend unter neuem Namen wieder hervorgeholt werden. Ein Neustart darf kein Trick sein, um alte Konflikte lediglich neu zu verpacken.

Für die Region ändert sich an den Belastungen wenig. Auch ein kleineres Bergbauprojekt bedeutet weiterhin massive Eingriffe in Natur, Landschaft, Wasserhaushalt und Lebensqualität im Osterzgebirge. Die Umweltzerstörung verschwindet nicht dadurch, dass man das Projekt künftig vorsichtiger formuliert oder zeitlich streckt.

Dass AMG nun von weiteren 18 bis 24 Monaten Prüf- und Entwicklungsphase spricht, zeigt vor allem eines: Trotz jahrelanger Öffentlichkeitsarbeit, politischer Unterstützung und millionenschwerer Förderhoffnungen ist das Projekt offenbar deutlich unausgereifter, als der Bevölkerung bisher vermittelt wurde.

Bemerkenswert ist außerdem, dass ausgerechnet Heinz Schimmelbusch als prägende Figur hinter AMG auftritt. Viele erinnern sich noch an seine Rolle bei der Deutschen Metallgesellschaft, deren riskante Rohstoffgeschäfte Anfang der 1990er Jahre in einer der größten deutschen Unternehmenskrisen endeten. Gerade deshalb sind große Ankündigungen und Hochglanzversprechen mit der nötigen Vorsicht zu betrachten.

Bis AMG belastbare Unterlagen, konkrete Projektparameter und nachvollziehbare Planungen vorlegt, wird sich unsere Bürgerinitiative weiterhin insbesondere auf die Umweltverträglichkeitsprüfung des tschechischen Konkurrenzprojektes konzentrieren. Dieses Vorhaben ist grenzüberschreitend zu betrachten und kann erhebliche Auswirkungen auf das Osterzgebirge und angrenzende Regionen haben.

In diesem Zusammenhang fordern wir ausdrücklich die konsequente Anwendung der Espoo-Konvention bei sämtlichen grenzüberschreitenden Umweltprüfungen und Beteiligungsverfahren. Auswirkungen auf Wasser, Naturraum und Bevölkerung enden nicht an Staatsgrenzen.

Die Bürgerinitiative wird die weiteren Entwicklungen kritisch begleiten. Ein Eigentümerwechsel ändert nichts daran, dass die Menschen im Osterzgebirge Anspruch auf ehrliche Informationen, vollständige Transparenz und einen wirksamen Schutz ihrer Heimat haben.

Bürgerinitiative Bärenstein
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